Kuala Lumpur für Nicht-Touris

Kuala Lumpur für Nicht-Touris

28/11/2016 1 Von Juli

Kuala Lumpur hat für Asien-Reisende eine strategisch sehr interessante Lage.  Von hier aus kommt man recht bequem und günstig zu so ziemlich jedem Ziel in Asien. Auch bei Flügen nach Europa kann man super Schnäppchen machen. So kommt es oft vor, dass man sozusagen nur auf der Durchreise in Kuala Lumpur landet. Viele würden sagen, dass es hier nicht viel zu sehen gibt. Aber genau das gefällt mir an der Stadt. Man muss sozusagen ein wenig genauer hinschauen. Sehenswürdigkeiten gibt’s doch überall. Aber Kuala Lumpur hat viel mehr zu bieten. Hier treffen viele verschiedene Kulturen und Religionen aufeinander: ca. 50% Chinesen treffen auf 39% Malaien, Inder und anderen Minderheiten, was für multikulturellen Charm sorgt und vor allem die Küche beeinflusst. Kuala Lumpur ist eher westlich und Englisch ist allgegenwertig, weshalb man sich gut zurecht findet und auch mal leicht vergessen kann, dass man sich in Asien befindet.

Für typische Touris gibt es in Kuala Lumpur die Petronas Towers, den KL Tower, die Batu Caves, einige sehr schöne Moscheen und Museen. Für diejenigen, die sich damit zufrieden geben, diese Sehenswürdigkeiten im Vorbeigehen zu bestaunen bzw. sie einfach im Gesamtbild der Stadt wahrzunehmen, gibt es viel mehr als das.

Das erste, was ich für gewöhnlich in einer neuen Stadt mache, ist einfach mal drauf los laufen. Ohne Plan, unvoreingenommen und orientierungslos. So entdeckt man die interessantesten Dinge und erfährt die Stadt, ihre Menschen, Geräusche und Gerüche auf eine besondere Art. Leider muss ich sagen, dass KL nicht besonders fußgängerfreundlich ist. Oftmals gibt es keine Fußwege und man findet sich schnell inmitten von riesigen Kreuzungen wieder und kommt plötzlich weder vor noch zurück. Das Ampelsystem habe ich nach 6 Wochen immer noch nicht verstanden und ich bin mir auch nicht sicher, ob die Einheimischen es verstehen. Dazu kommt dann auch noch diese drückende Hitze zwischen Wolkenkratzern und Smog.

Deswegen die wichtigste Info vorweg: Die 4 GoKL-Buslinien sind komplett kostenlos und natürlich klimatisiert. Danke KL an dieser Stelle! Ein guter Start ist demnach sich einfach in einen dieser Busse zu setzen und die Stadt auf diese Weise zu erkunden. Wann immer man etwas Interessantes sieht, kann man aussteigen, oder auch die Linie wechseln. Alle Linien sind Loops, man muss also keine Angst haben sich zu „verfahren“, denn wenn man nur lange genug sitzen bleibt kommt man wenn man will früher oder später wieder da an, wo man eingestiegen ist. Die Busse fahren übrigens auch alle Sehenswürdigkeiten, KL Sentral (Hauptbahnhof) und Chinatown an. Wo wir bei der ersten Touri-Attraktion wären, die auch für Nicht-Touris ein absolutes Muss ist. Hier ist man allerdings schnell durchgelaufen. Direkt daneben befindet sich der Kasturi Walk und Central Market, was man auch mal gesehen haben sollte. Nette Markthalle mit Souvenirshops, traditionellen Handwerksläden und Food Court.

In Kuala Lumpur gibt es viele Möglichkeiten den Betonmassen zu entfliehen, wie zum Beispiel der KL Forest Eco-Park um den KL Tower herum. Ein kleiner Dschungel inmitten der Stadt mit Insekten, Affen, Hängebrücken und interessanten Aussichten auf Kuala Lumpurs Wolkenkratzer. Wasser und Mückenschutz nicht vergessen! Der Eintritt in den Park ist kostenlos, doch direkt unterhalb des Turms gibt es ein paar kostenpflichtige Attraktionen, wie zum Beispiel ein umgekehrtes Haus und einen Zoo.

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Für Markt-Fans ist Chow Kit ein absolutes Must-see. Einer meiner Favoriten in Kuala Lumpur. Der gesamte Stadtteil ist ein Markt (indoor & outdoor). Essen, Obst, Gemüse, Fisch, Kleidung, Stoff, Schmuck… Hier gibt es eigentlich alles und vor allem viel günstiger als im Zentrum. Man sieht kaum Touristen und alles ist so lebhaft und viel „asiatischer“ als Downtown.

Nicht weit davon ist der Titiwangsa Lake. Schönes Ausflugsziel, doch allerdings nicht einfach zu erreichen und am Wochenende nicht empfehlenswert, da es einfach zu überlaufen ist. Unter der Woche kann man hier wirklich gemütlich spazieren, sich auf die Wiese legen und ein Buch lesen oder ein Fahrrad ausleihen und damit um den See fahren oder sogar einen Helikopterflug über KL machen.

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Wer ein bisschen mehr Zeit mitgebracht und Lust auf ein kleines Outdoor-Abenteuer mit 4 cm großen Ameisen hat, sollte einen Halbtages-Ausflug zu den Kanching-Falls machen. Ein friedliches und ruhiges Naturparadies etwa 20 km von Kuala Lumpur entfernt. Man sollte sich definitiv auf Schwitzen einstellen, denn die ca. 1-stündige Aufwärtswanderung ist nicht ganz ohne, doch man wandert entlang eines wunderschönen Wasserfalls mit 7 Etappen, in denen man teilweise auch baden kann. Je höher, desto weniger Menschen. Wir waren im obersten Level baden, wo wir 2 Stunden lang komplett alleine waren. Anfangs besteht der Weg noch größtenteils aus Treppen und ist recht steil, je höher man jedoch kommt, desto leichter wird es und desto abenteuerlicher die Wege. Wanderschuhe sind nicht unbedingt notwendig, hätten mich allerdings wohl vor einem üblen Sturz bewahrt. Wasser, Snacks, Insektenspray, Badesachen und Handtuch sind aber absolut empfehlenswert. Ein wirklich tolles Ausflugsziel und die Abkühlung im glasklaren Wasser entschädigt jede Anstrengung und jeden Sturz. Pro Person kostet es 5RM, um den Park zu betreten. Vom Central Market aus erreicht man die Wasserfälle mit der Buslinie 43 (kostenpflichtig, ca. 3RM).

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Weitere Berichte über das Essen und Nightlife sind bereits in Arbeit.